12.12.2019 |CBS| Verabschiedung Berufsschüler

Abschiednehmen ist ein Neuanfang

Abschiednehmen ist ein Neuanfang. Das erlebten hundert Schüler der Carl-Benz-Schule Gaggenau am vergangenen Donnerstag, den 12. Dezember, als sie ihr Abschlusszeugnis entgegennehmen konnten. Nicht nur, dass sie in ihren gelernten Beruf starten werden, sie werden auch in das Leben entlassen, gut vorbereitet und, wie es Abteilungsleiter Falk Hartmann in seinen Begrüßungsworten ausdrückte, nun stehen ihnen nicht nur beruflich, sondern auch in Bezug auf Weiterbildung viele Wege offen. So können sie die Fortbildung zum Techniker anstreben oder im einjährigen Berufskolleg die Fachhochschulreife erwerben. Alles Ausbildungsgänge, die auch die Carl-Benz-Schule Gaggenau anbietet und für die noch Plätze frei sind.

 

Gerade die berufliche Weiterbildung ist eine große Chance, den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen, so Hartmann. Wir wissen alle nicht, was die Zukunft bringen wird, aber die Schüler können sich durch angestrebte Abschlüsse und geeignete Weiterbildung für den Arbeitsmarkt qualifizieren und den Umgang mit neuen Technologien erlernen. Die Betriebe seien zusammen mit der Schule Garant für eine erfolgreiche Zukunft. Mit diesen Worten nahm Direkter Buchara die Anwesenden mit auf eine virtuelle Tour durch die Schule. Er erwähnte, dass der Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg mehrere hundert Kilometer entfernt mittels einer App ein kleines Rennauto innerhalb der Carl-Benz-Schule Gaggenau gelenkt habe. Er manövrierte das Rennauto, das von Schülern konstruiert und gebaut worden war, und das mittels Internet von jedem beliebigen Punkt der Welt aus gesteuert werden kann, über eine Rennstrecke in der Schule. Ein Weltmeister als (virtueller) Gast in der Schule: auch das ist möglich und gehört mit zu einer Vielzahl an Projekten, die angehenden Berufs- und Technikerschülern als Lernmöglichkeit zur Verfügung stehen, so Bachura.

 

Ingo Eble, Vertreter des Landkreises Rastatt, betonte in seinem Grußwort, dass mit Interesse und Leidenschaft der weitere Lebensweg zu erkunden sei. Er stellte auch in Aussicht, dass vier Millionen Euro für die Sanierung und Instandhaltung der Schule in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen werden. Die Schule sei gut vernetzt, nicht nur vor Ort mit den Betrieben, sondern auch international, was sich beispielsweise in den letzten Monaten durch Besuche aus China, Israel, Finnland oder Singapur gezeigt habe.

 

Michael Pfeiffer, Bürgermeister der Stadt Gaggenau, ging auf die Bedeutung der dualen Ausbildung ein, die nach wie vor ein Garant für Erfolg sei. Die hundert Absolventen seien gut gerüstet auch für unruhige Zeiten. Und gleichwohl die Schule verlassen wird, bliebt das Lernen ein fester Bestandteil des Lebens. Der erste Schritt sei getan, weitere werden folgen.

 

Herr Beißmann von der IAVF Antriebstechnik, eine Firma, die Prüfstände, Messtechnik und Forschung aus den Bereichen Mobilität und Schmierstoffe anbietet, beschloss den Reigen der Ansprachen. Er berichtete über den neuesten Stand der Technik, wobei Umorientierung das Schlagwort für die anstehenden Veränderungen in der Automobilbranche ist. Wir stehen vor großen technologischen Umbrüchen, die eines gemeinsam haben, sie können gemeistert werden. Doch auch hier gilt Weiterbildung als Schlüssel für die Zukunft. Wir werden, so Beißmann, nicht auf E-Mobilität beschränkt sein, sondern es wird auch andere Antriebsarten geben. Entwicklung und Innovation bleiben die Basis, um Zukunft zu gestalten, gerade auch zusammen mit den Berufsschülern. Trotz einer gewissen Unruhe, die in der Automobilindustrie gegenwärtig herrschen würde, betont Beißmann: „Bleibt dran!“

 

Auch der stellvertretende Schülersprecher, Jonas Herrmann, gratulierte den Absolventen und betonte die tolle Leistung, die alle erbracht haben.

 

 

 

Alle, das meint hundert Absolventen, die die Prüfung bestanden haben. Unter ihnen gab es sieben Preisträger mit einem Einser-Durchschnitt. Darunter drei Industriemechaniker: Justin Bieniek, Saskia Fieg und Alexander Prohaska, ein Mechatroniker: David Razvan-Dan, zwei Fertigungsmechaniker: Simon Härtl und Carsten Weidenmüller, und ein Werkzeugmechaniker: Julian Westermann.

 

 

Ihnen allen steht die Zukunft offen. Das schulische Fundament ist jedenfalls gelegt.

20.09.2019 |CBS| Medienentwicklung, Musterklassenzimmer

Digitalisierung weiter auf dem Vormarsch

Die letzten Arbeiten laufen noch, dann können zwei Unterrichtsräume wieder in Betrieb genommen werden. Das sogenannte Musterklassenzimmer wurde noch im vergangenen Schuljahr ausgeräumt und während der Sommerferien renoviert. Neben diversen Malerarbeiten und der Vorbereitung einer Präsentationsfläche für die Beamerprojektion, wurde auch ein neuer Boden verlegt, neue Möbel angeschafft und z. B. eine intelligente Lichtsteuerung eingebaut. Am 23. und 24. September werden die modernen technischen Geräte, wie Smartboard, Beamer und PC  eingebaut und installiert.

Ziel ist es, dass das Klassenzimmer in den nächsten Tagen wieder für das Lernen zur Verfügung steht.

 

Im Bereich Elektropneumatik ist man schon einen Schritt weiter: Die modernen Arbeitsstände wurden bereits im renovierten Labor aufgestellt und zum Großteil mit zusätzlichen Materialien bestückt und entsprechend beschriftet. Die Elektropneumatik ist eng mit unserer Lernfabrik verknüpft, da sie ein entscheidender Baustein für die Automatisierung innerhalb von Industrie 4.0 ist. Den Lernenden werden mithilfe der modernen Arbeitsstände handlungsorientierte und umfassendere Situationen dargeboten, wie sie sie auch in den Unternehmen vorfinden können. Somit werden die Auszubildenden noch besser auf die komplexen Aufgaben in ihrem Berufsleben vorbereitet.

16.09.2019 |CBS| International

Chinesische Delegation zu Gast

 

Eine Delegation chinesischer Lehrer an beruflichen Schulen stattete der Carl-Benz-Schule Gaggenau am Montag, den 16. September, einen informellen Besuch ab. 21 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Land der Mitte informierten sich über das Lehrangebot an der Schule und vor allem über die zusätzlichen Möglichkeiten, die Schüler dort nutzen konnten. Abteilungsleiter Dr. Falk Hartmann führte die chinesischen Kollegen durch die Räume, begleitet von Prof. Dr. Karl-Otto Döbber, dem ehemaligen Leiter des stattlichen Seminars für Didaktik und Lehrerausbildung (berufliche Schulen).

 

Abteilungsleiter Hartmann gab einen Einblick in die Ausbildung an der Berufsschule. Er erklärte, dass der wichtigste Punkt die Orientierung der Inhalte an der betrieblichen Handlung sei. Durch lernfeld- und handlungsorientierte Lehrpläne kann die Motivation der Schüler deutlich gesteigert werden. Sie lernen, mehr Verantwortung für ihr Handeln und vor allem für den eigenen Lernprozess zu übernehmen. Damit können sie ihre eigenen Fähigkeiten ausbauen oder ganz neu entdecken.

 

Die Carl-Benz-Schule bot den Gästen auch eine Reise in die schulische Zukunft, denn es ist angedacht, Schule als Kompetenzzentrum zu entdecken, in dem das gemeinsame Knowhow genutzt und ausgebaut wird. Die Zusammenarbeit mit Betrieben, die Kooperation mit Firmen sowie die Einbindung von Schülern in praktische Abläufe zeigen sich auch in der Nutzung der Elektromobilität und des Lernzentrums rund um Industrie 4.0. Die chinesische Delegation konnte hautnah miterleben, wie Industrie 4.0 funktioniert, wie die Zusammenarbeit zwischen Robotik, Programmierung und industrieller Fertigung greift. Nicht vergessen sind Start-ups, die Module für Schüler entwickeln, die hier zur Anwendung kommen und praktisch erprobt werden.

 

Gerade der Praxisbezug spielt im Bereich der E-Mobilität eine wesentliche Rolle. Hier braucht es umfassende Kenntnisse in der Hochvolt-Technik, wo der Umgang mit Elektrofahrzeugen, deren Wartung und Reparatur, sowie die Aspekte Sicherheit und Gefahren für angehende Kfz-Schüler behandelt werden. Die Umsetzung der Vorbedingungen für E-Mobilität und Hochvolt-Technik wird bald in jeder Kfz-Werkstatt benötigt werden. Dazu kommen Sicherheitsaspekte, die uns im Alltag betreffen. So schulte die Carl-Benz-Schule Gaggenau Einsätze der Feuerwehr am Elektrofahrzeug, weil dies beispielsweise bei Unfällen eine andere Herangehensweise benötige.

 

All das bietet den Schülern eine Chance, denn sie haben die Wahl, statt vom Prozess der Veränderung geprägt zu werden, diesen selber zu prägen. Die Schule bietet ihnen die Möglichkeiten dazu, so Falk Hartmann.

 

Die chinesische Delegation zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Schule und der Möglichkeiten, die sie bietet. Dass Bilder der Carl-Benz-Schule und damit Gaggenau den Weg in das Reich der Mitte finden ist eine interessante Randerscheinung dieses beeindruckenden Tages.