15.02.2019 |Karlsruhe| Berufsorientierung

Wirtschaftsstiftung Südwest: Mehr Schulen im Wettbewerb

Quelle: https://presse.karlsruhe.de/db/stadtzeitung/jahr2019/woche06/wirtschaftsstiftung_sudwest_mehr_schulen_im_wettbewerb.html 

Foto: Fränkle

Bereits zum zwölften Mal durchgeführt, erfreut sich der Schulwettbewerb der Wirtschaftsstiftung Südwest, bei dem Maßnahmen zur Berufsorientierung ausgezeichnet werden, weiter steigender Beliebtheit.

 

Insgesamt 38 Bewerbungen aus 30 Schulen gingen nach der Ausschreibung im letzten Jahr ein, im Jahr zuvor hatten 24 Schulen mit 18 Projekten teilgenommen. Die fünf besten wurden am Montag in den Räumen der Volksbank Karlsruhe mit jeweils 500 Euro ausgezeichnet. „Der ganzheitliche Ansatz mit einem strukturierten Bausteinkonzept, hat die Jury überzeugt“, erklärte Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz bei der Übergabe des erstens Scheck an das Projekt „Berufliche Orientierung“ mit dem an der Friedrich-Realschule Durlach die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 bei der Wahl ihres Berufs- und Bildungsweges unterstützt werden.

 

Ein weiterer Scheck ging an die 16 Schülerinnen und Schüler der Außenstelle der Berufsbildenden Schule Germersheim in Wörth, die das „bbs-bistro, für Schüler, Lehrer und Gäste betreiben. Die Prämie schon verplant haben die Siebtklässler der „Schülerfirma EKS-Café“ der Erich-Kästner Schule in Karlsruhe: Mit neuen T-Shirts wollen sie an ihrem Verkaufsshop künftig ihre Kunden bewirten. „Wir wollen das Geld nehmen, um Tablets anzuschaffen“, verkündeten die Schüler der Klassen 1 bis 4 der Grundschule Rheinhausen, wo nach niederländischem Vorbild Technik-Türme genutzt werden, um die Schüler für Handwerk, Wissenschaft und forschendes Lernen zu begeistern.

 

Schon weiter fortgeschrittener und rasanter geht es dabei den Empfängern des letzten Geldsegens zu. Im Projekt „CBS Hardwood Cycle“ der Carl-Benz-Schule in Gaggenau zu, die sich schon seit sieben Jahren der E-Mobilität verschrieben hat, ist man derzeit dabei ein hundert Prozent nachhaltiges Motorrad mit Holzrahmenbau zu entwerfen und zu fertigen.

-fis- 

13.12.2018 |CBS| Abschlussfeier Berufsschule

Lebe deine Zukunft - 101 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen der CBS Gaggenau

„Jeder der 101 Absolventinnen und Absolventen der Carl-Benz-Schule Gaggenau hat einen Arbeitsplatz sicher“, soweit ein Resümee bei der Verabschiedung der Berufsschülerinnen und Berufsschüler der metallverarbeitenden Berufe, der Mechatronik und im KFZ-Bereich am Donnerstag, den 13. Dezember. Eine mehr als erfreuliche Aussicht, die sich auch in den schulischen Leistungen widerspiegelte, denn vier Schüler wurden mit einem Preis geehrt: Tim Dietrich und Philipp Reinhard (Daimler AG Gaggenau), Arne Christopher Nowy (EDEKA Südwest) sowie David Schulz (Pister Kugelhähne). Spätestens nach der Zeugnisübergabe war für die anwesenden Schülerinnen und Schüler klar, dass ihre Schulzeit nun vorbei ist.

 

Jedoch „lebenslanges Lernen“, die Planung des weiteren Lebensweges oder die Frage, was man noch bewegen möchte ... werden weiterhin ständige Begleiter sein. Solche Gedanken und Fragen müssen immer wieder neu gestellt werden, wie Falk Hartmann, Abteilungsleiter der Berufsschule, betont, um sich selbst und die Arbeitswelt im Blick zu haben. In den drei Jahren wurde für und mit den Schülern eine Tür aufgemacht, aber weitere „offene Türen“ müssen folgen, um sich immer wieder neu am Arbeitsmarkt positionieren zu können. Die bekannten Themen wie Industrie 4.0 oder Elektromobilität werden weiter bestimmend sein.

 

Gerade die Carl-Benz-Schule Gaggenau habe sich schon vor Jahren im Bereich der E-Mobilität engagiert, so Schulleiter Volker Bachura in seiner Eröffnungsansprache. Darin gab Bachura einen Einblick in die vielschichtige Schulwelt und die Hintergrundarbeit, die geleistet werden muss, damit die Schule eine offene Schule bleibt, die auf Veränderungen angemessen reagieren kann. Schule definiert sich nicht alleine über eine angemessene Lernumgebung, sondern auch daran, was sie noch sein kann. Sie stellt eine breite Palette an Angeboten zur Verfügung, die genutzt werden können, was ohne ein engagiertes Kollegium so nicht möglich wäre. Zu den Angeboten gehören u. a. die internationalen Kontakte nach Singapur, den USA, Ägypten, Finnland oder Spanien, um nur einige zu nennen, dann die Möglichkeit der Anwendung und praktischen Umsetzung von Gelerntem vor Ort in den Werkstätten und das sozusagen in Echtzeit, um die eigenen Möglichkeiten, sich für den Arbeitsmarkt zu positionieren und auszuprobieren, auszuloten.

 

Seit neuestem gibt es eine sogenannte „Denk-Fabrik“, das ist ein Besprechungsraum, der medial und digital kaum Wünsche offen lässt und als Konferenz- und Arbeitsraum gleichermaßen fungiert und schulisch genutzt wird. In Vertretung des Landrates griff Burkhard Jung den Gedanken des Lernens auf. Dabei sei Bildung ein Pass für die Zukunft. Bildung ist der Ausweis des Heute für das Morgen. Zugleich betont er, dass ein Arbeitsplatz Freude und Spaß bringen solle und es wichtig sei, den eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Damit ist auch gesagt, betont Michael Pfeiffer, der die Grußworte der Stadt Gaggenau überbrachte, dass Schulzeit zwar endet, aber die Möglichkeit, Bildung als Chance zu betrachten und sich zu engagieren, nie aufhören werde.

 

Pfeiffer hebt ausdrücklich das Engagement der Schule hervor, die nicht nur eine fundierte Ausbildung garantiere, sondern den Schülern Inhalte nahebringt, die Zukunft gestalten hilft. Das berufsbezogene Ausbildungssystem werde hier umgesetzt und im Rahmen der Möglichkeiten zukunftsweisend gestaltet. Oder, um es mit den Worten zu sagen, die auch den Schülern für ihren weiteren Lebensweg mitgegeben wurden: „Lebe deine Zukunft!“

 

16.11.2018 |Gaggenau| politisches Feierabendgespräch mit Prof. Mendl

Think Tank: Neue Ansätze beim Lernen - Wie umgehen mit "Moral Machines?"

 

Denkfabrik steht in großen Lettern neben dem Schild: Lernfabrik 4.0 im Glashaus der Carl-Benz Schule in Gaggenau. Denn die Digitalisierung, speziell die Utopie einer Industrie 4.0, betrifft nicht nur die Technik, sondern alle Schichten des Menschseins und wirft ganz neue Fragen auf. Prominentes Beispiel ist derzeit das Dilemma der ethischen Programmierung von autonomen Fahrzeugen. Wie soll und kann, so die Frage, die Reaktion eines Autos verlaufen, wenn ein Kind plötzlich über die Straße läuft? Autos werden dann zu „Moral Machines“. Darüber wird weltweit nachgedacht: Z.B. an der renommierten Universität Massachusetts Institute of Technologys (MIT) oder im Deutsche Ethikrat.

 

Welchen Beitrag kann die Bildung der Berufsschulen dazu leisten? Die Programmierer von morgen brauchen offenbar ethische Grundkenntnisse. Wenn der Mensch zum Entscheider und Unterbrecher von algorithmischen Regeln wird, wenn der Mensch sogar zum Programmierer von Todesalgorithmen wird, dann braucht es eine demokratische Ethik, die verallgemeinerbar nachvollziehbar ist. Sonderethiken, sei es religiöser Fundamentalismus oder reine Nutzenethik reichen dazu nicht. Wie mit solchen Dilemmata umgehen? – das war Gegenstand des Politischen Feierabendgesprächs am 7. November. Mit dem Gast, Professor Hans Mendl, Lehrstuhlinhaber für Religionspädagoge an der Universität Passau, konnte ein Spezialist für den Grenzbereich Ethik, Religion und Gesellschaft für die Gaggenauer Denkfabrik gewonnen werden. Einer seiner Forschungsschwerpunkte sind Konstruktivismus-Theorien.

 

Ethische oder religiös orientierte Bildung gehen, so die These von Mendl, lerntheoretisch nur über die Aneignung im Lerner. Ethik ist nicht aufzwingbar. Schon gar nicht fördere die Behauptung einer Wahrheit - auch nicht einer religiösen –eine ethische Haltung. Der Lerner muss sie individuell ausbilden und entwickeln. Dabei räumte Mendl erstmal mit dem weitverbreiteten Missverständnis auf, dass religiöse Bildung in der Schule Weisungen von oben nach unten verordnet. Vielmehr stehen das Subjekt und seine Aneignungsfähigkeit im Mittelpunkt der gängigen ethischen und religiösen Lerntheorien. Sie sind eingebettet in den konstruktivistischen Bezugsrahmen. Dieses Fremdwort erklärt er wie folgt: Der „Konstruktivismus stellt ein Modell dar, um zu erklären, wie Wirklichkeit entsteht. Die Vorstellung einer „objektiven“ Wirklichkeit bzw. der objektiven Erkennbarkeit von Wirklichkeit wird in den verschiedenen konstruktivistischen Theorien in verschiedener Weise infragegestellt. Die Welt entsteht im Subjekt“. Für das Lernen heißt das. Das lernende Subjekt wird als Ausgangs- und Zielpunkt jeglichen Lernprozesses betrachtet. Religion wird in der staatlichen Bildung nicht verordnet, sondern erschließen sich als Orientierung, als Rahmen zur Entwicklung einer ethischen Haltung. Sie dient der Demokratiefähigkeit.

 

Das ist nicht nur ein Tribut an die moderne Erkenntnistheorie. Dass Ethik und Religion nicht linear von oben verordnet sind, zeige schon der Aufbau der Bibel, der Offenbarungsurkunde. Dort gibt es in den Evangelien vier Konstrukte, nämlich vier verschiedene Erzählungen über das Leben Jesus aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Verfasser dokumentiert und interpretiert. Auch die Moral- und Dogmengeschichte seien Zeugnis von Konstrukten, die im Kontext ihrer Zeit einer ständigen Veränderung unterlagen.

 

Es gibt zum anderen aber nach Mendl auch nicht das angenommene idealtypische Einheitssubjekt. Religiöse und ethische Lerntheorien greifen deshalb die Vielfalt von Meinungen der Menschen von heute bewusst auf und fördern die Fähigkeit zur Orientierung. Diese entsteht nachhaltig und lebensbereichernd nicht durch theoretische Gespräche im Unterricht, sondern nur durch das Erreichen einer emotionalen und existenziellen Tiefendimension. So ist es ein Unterschied, ob Schüler und Lehrer im Klassenzimmer über ein Weiterleben nach dem Tode „verhandeln“, oder ob sie sich nach einer Trauerfeier darüber austauschen. Nachhaltiges Lernen in diesem Sinne schließt an Emotionen und Vorerfahrungen an und vertieft diese durch die anschließende Reflexion und Kognition. Subjektiv ethische Grundhaltung Haltung entstehe durch die Reflexion gelebter Handlung und Praxis.

 

Damit werde die Grundlage für eine Verantwortung gelegt, die auch in die anstehenden Berufsanforderungen hineinreiche und die Brücke zwischen Ethik und Technik bildet. Denn so Mendl: „Algorithmen entstehen nicht wertfrei, sie gründen auf prinzipiellen ethischen Entscheidungen. Diese können letztlich nur Menschen treffen. Die Bewusstseinsbildung und Qualifikation für die bedeutende Verantwortung des Menschen an der Schnittstelle zwischen Menschen und Maschine ist deshalb eine grundlegende Bildungsaufgabe.“ Dazu braucht es „hochgradig selbstreflexive Subjekte, die sich der Verantwortlichkeit ihres Handelns bewusst sind“ und den demokratischen Grundkonsens kennen.

 

Mendl ermutigte abschließend, solche Lernfabriken wie die in der Carl-Benz Schule als Lernlandschaften zu begreifen. Diese sind Ausschnitte aus der Realität und eröffnen diverse Zugänge zu einem komplexen Lernen. An solchen Landschaften können z.B. entdeckendes Lernen, die Individualisierung ermöglichendes Lernen (z.B. Freiarbeit, Lernzirkel), aktivierendes und produzierendes Lernen, biographischen Lernen und dialogisches und diskursethisches Lernen gefördert werden.

 

Ein Abend, der Lern- und Denkfabrik in Verbindung brachte! Moral Machines werden nicht nur die Berufsschule noch lange begleiten. Für interessierte Leser ist das von Professor Hans Mendl ausgeteilte Thesenpapier mit ausführlicher Literaturliste als PDF-Datei beigefügt.

 

Dr. Patrik Schneider, Achern

 

25.10.2018 |Gaggenau| Landkreis Rastatt

Fussballturnier der Flüchtlingsklassen

 

Wenn der olympische Gedanke darin besteht, dass die Teilnahme wichtiger als der Sieg sein soll, dann trifft dies auf das Fußballturnier, das am Donnerstag, den 25. Oktober, im Traischbachstadion in Gaggenau zwischen 10:00 Uhr und 13:00 Uhr stattfand, gleich doppelt zu. Zum einen ging es zwar auch darum, zu gewinnen, dennoch sollte der gemeinsame Spaß im Vordergrund stehen. Zum andern zählte der olympische Gedanke: teilgenommen zu haben. Und dies um so mehr, weil sich die teilnehmenden Mannschaften aus Schülerinnen und Schüler zusammensetzten, die in sogenannten Flüchtlingsklassen an Schulen in Gernsbach, Gaggenau und Rastatt unterrichtet werden.

 

Die Schüler aus den Handelslehranstalten Gernsbach und Rastatt, der Anne-Frank-Schule Rastatt und der Carl-Benz-Schule Gaggenau trafen sich an diesem Morgen, um gegeneinander anzutreten. Jede Mannschaft musste gegen jede spielen, wobei aus organisatorischen Gründen die Carl-Benz-Schule Gaggenau zwei Mannschaften stellte.

 

Um 10:00 Uhr begann das Turnier. Den Auftakt machte die Carl-Benz-Schule 2 gegen die HLA-Rastatt. Das Spiel endete unentschieden. Schon das folgende Spiel zwischen der Carl-Benz-Schule 1 und der Anne-Frank-Schule – es endete 5:2 – vermittelte einen Eindruck davon, dass Tore zum Fußball dazugehören. Insgesamt fielen an diesem Tag 30 Tore in zehn Spielen bei fünf Mannschaften mit über 40 Spielern.

 

Auch wenn die Emotionen manchmal das fußballerische Können überstiegen, standen Spiel und Spaß an der Bewegung immer im Mittelpunkt. Die Ernsthaftigkeit, mit der die Nachwuchsspieler sich auf dem Platz präsentierten, wobei der faire Umgang ebenfalls wichtig war, macht Hoffnung auf die Zukunft. Teilweise sah man technisch hochwertigen Kombinationsfußball und so wird es nicht verwunderlich sein, wenn der ein oder andere Spieler im örtlichen Verein seinen Weg gehen wird.

 

Im Laufe des Turniers kristallisierte es sich dann heraus, dass im letzten Spiel zwischen der Carl-Benz-Schule 1 und der Carl-Benz-Schule 2 die Entscheidung fallen musste. Ein hart umkämpftes 1:0 für die Carl-Benz-Schule 2 bescherte dieser den ersten Platz und einen Gutschein in der Höhe von 100 Euro.

 

Wie im letzten Jahr lag die Organisation bei der Carl-Benz-Schule Gaggenau, namentlich bei Martina Komm und Sebastian Döhrer. Aber auch die anderen Schulen stellten Lehrkräfte, damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet werden konnte. Und auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Freiwillige Helfer des VFB Gaggenau kümmerten sich darum.

 

Gewinnen ist ein Kerngedanke eines jeden Spiels. Doch, das Spiel um des Spiels willen, das Miteinander auf dem Platz und außerhalb, all das gehört zu einem solchen Turnier mit dazu. Für das nächste Jahr kann man sich nur wünschen, dass dieser Gedanke wieder aufgegriffen und in die Tat umgesetzt wird. Was kann man sich Schöneres wünschen, als dass es zwar am Ende eine Siegermannschaft geben musste, aber alle, die dabei waren, sich als Sieger fühlen durften. Oder, wie ein Schüler sinngemäß meinte, am Ende hat nicht eine Mannschaft gewonnen, sondern die Schüler und die Schule.

 

07.11.2018 |CBS| Diskussionsveranstaltung

Was uns die Gehirnforschung über die Bildung sagt - Konstruktivismus

Eingeladen sind alle an Bildung Interessierte. Es ist wie ein Krimi, was die Gehirnforschung uns über die Möglichkeiten des Lernens sagt… und fast noch spannender sind die Folgen für die Bildung

 

Termin: Mittwoch, 7. November 2018, 19.00 Uhr

Ort: Glashaus der Carl-Benz Schule, 76571 Gaggenau, Konrad-Adenauer-Str. 4

Moderator. Dr. Patrik Schneider

 

Der Pädagogische Konstruktivismus ist eine Richtung, die der gängigen Bildungstheorie zugrunde zu liegt. Er spiegelt den Zeitgeist der Postmoderne und durchzieht auch Fachdidaktiken: z.B. sowohl die Berufs-, als auch die Religionsdidaktik – also zwei auf den ersten Blick wenig verbindende Bereiche. Aber braucht es vielleicht diesen verbindenden Ansatz sogar, um künftige Generationen auf die Herausforderungen der digitalisierten Gesellschaft vorzubereiten? Sie fit zu machen, für den Umgang mit einer komplexen Technik im Horizont der Regeln einer demokratisierten und pluralen Gesellschaft mit ihrer Wertevielflat. Nach der Ausführung des Digitalexperten Professor Dr. Rupert Felder beim Politischen Feierabendgespräch im Juli diesen Jahres braucht der Arbeitnehmer von morgen gerade die Fähigkeit, die algorithmischen Regeln sinnvoll unterbrechen zu können. Doch wie entscheidet er? Rein nach ökonomischen oder auch nach moralischen und religiösen Maßstäben? Braucht es eine Bildung, in der die jungen Menschen sich ein Konstrukt aus der Welt der Technik und der Werte nicht als Gegensatz, sondern als sich ergänzende Orientierung verstehen lernen? Kann dazu der Pädagogische Konstruktivismus beitragen? Das wäre der zweite Blick, dem wir uns an dem Abend nähern wollen.

 

 

Ausgangspunkt des Pädagogischen Konstruktivismus sind die Ergebnisse der neurobiologischen Gehirnforschung: Der Mensch lernt eben meist nicht passiv das, was der Lehrer oder Betrieb will, sondern eignet sich aktiv nur das an, was er tatsächlich braucht und will. Darauf konzentriert sich der Fokus des Lernens. Kann dieses didaktischen Modell die Brücke zwischen den scheinbar nebeneinander existierenden Welten der Technik und der Werte werden? Diesen Fragen wollen wir an dem Abend mit dem bekannten Religionspädagogen und ausgewiesenen Konstruktivismusexperten, Professor Dr. Hans Mendl, nachgehen. Mendl ist seit 1999 Inhaber des Lehrstuhls für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts an dem Departement für Katholische Theologie der Universität Passau. Eine seiner Forschungsschwerpunkte sind Konstruktivismus-Theorien.

05.10.2018 |CBS| Erasmus+

Finnlandaustausch im Doppelpack mit Vantaa und Iisalmi

Gleich in der zweiten und dritten Woche des neuen Schuljahres fand der diesjährige Schüleraustausch mit Finnland statt, in diesem Jahr zum ersten Mal gleichzeitig in Vantaa und in Iisalmi, einer Stadt in Mittelfinnland. In Vantaa waren, wie in den Jahren zuvor, wieder acht Schüler, die an der beruflichen Schule VARIA gemeinsam mit acht finnischen Schülern die diesjährige Gruppe bildeten. Wie in jedem Jahr wurde ein Projektthema, dieses Mal der Bau einer kleinen Windturbine zur Erzeugung elektrischer Energie, umgesetzt.

 

Pasi Ruuth, einer der verantwortlichen finnischen Kollegen, hatte wieder ein umfangreiches Programm vorbereitet. So fanden Besichtigungen wie z. B. bei den Firmen Metso (Großventile für z.B. Öl- u. Gasindustrie) sowie Fazer (Schokoladen- und Lebensmittelproduktion) statt. Auch sportliche Betätigungen kamen nicht zu kurz, z.B. mit der Einladung ins Freibad (!) im Hafen von Helsinki.

 

Zwei Schüler reisten direkt von Vantaa nach Iisalmi in Mittelfinnland an die dortige Berufsschule YLÄ-SAVON AMMATTIOPISTO weiter, zu der unsere Kollegin der Carl-Benz-Schule, Frau Hoffmann, einen Kontakt aufbauen konnte. Beide Schüler, Mechatroniker von EnBW, stellten fest, dass auch in diesen nördlichen Breiten innovative Firmen angesiedelt sind, die hochqualifizierte Fachkräfte benötigen. Ausgebildet wird für Fa. Ponsse (Wald- u. Forstmaschinen), Normet (Bergbautechnik), Genelec (Lautsprechersysteme), E-Avenue (Energieverteilung) u.a. Die sehr guten Erfahrungen, die unsere Schüler dort machten, sprechen für eine Wiederholung dieses Vorstoßes in den Norden!

27.09.2018 |Gaggenau| Carl-Benz-Schule Gaggenau

"Kultusministerin Dr. Eisenmann, Landtagsabgeordnete Sylvia Felder und Landrat Jürgen Bäuerle zu Besuch in der CBS

Schon bei der Begrüßung durch Landtagsabgeordnete Sylvia Felder und den anschließenden Hinweisen von Direktor Volker Bachura auf das pädagogisch-didaktische Konzept der Carl-Benz-Schule Gaggenau wurde deutlich, dass hier innovative und zukunftsträchtige Modelle für Schule und Beruf entwickelt werden. Eines davon ist der Einstieg für angehende Kfz-Techniker in den Bereich der Elektromobilität. Die Einführung neuer Technologien benötigt Zeit. Die Industrie soll dabei eng mit den Schulen zusammenarbeiten, um gemeinsam Erfolge zu erzielen. Die produktionstechnischen Voraussetzungen der Betriebe müssen Hand in Hand mit den pädagogischen und technischen Ausbildungsmöglichkeiten der Schulen gehen. Gerade in Baden-Württemberg ist E-Mobilität ein zukunftsweisendes Thema, das große Aufmerksamkeit erfährt. Die Carl-Benz-Schule Gaggenau hat ein zweijähriges Ausbildungssystem für E-Mobilität in Verbindung mit Kfz-Technik eingerichtet. Damit diese innovative Unterrichtsform greifen kann, bedarf es ausreichend Zeit. Diese Zeit, so Kultusministerin Eisenmann, wird der Carl-Benz-Schule Gaggenau eingeräumt. Sie sei überzeugt, dass der Aufbau des schulischen Bereiches der E-Mobilität erfolgreich sein wird.

 

Auch bei der Besichtigung des Fachbereichs Hochvolt-Technik, wo der Umgang mit Elektrofahrzeugen, deren Wartung und Reparatur, sowie die Aspekte Sicherheit und Gefahren für angehende KfZ-Schüler behandelt werden, zeigte sich Susanne Eisenmann beeindruckt. Sie wies darauf hin, dass die zukunftsträchtige und nachhaltige Ausbildungsform Unterstützung findet und dass dazu auch gehöre, eine geringere Klassengrößen für eine gewisse Zeit zu tolerieren. Man müsse Bewusstsein für die neue Technologie schaffen. Das bedürfe Zeit, so Susanne Eisenmann.

 

Die exzellente Umsetzung der Vorbedingungen für E-Mobilität und Hochvolt-Technik hob die Kultusministerin ebenfalls hervor. Letztlich würde jede Kfz-Werkstätte jemanden benötigen, der sich im Bereich E-Mobilität auskennt. Dazu kämen noch Sicherheitsaspekte, die uns alle im unmittelbaren Alltag betreffen. Landrat Jürgen Bäuerle und Direktor Volker Bachura wiesen drauf hin, dass in der Carl-Benz-Schule Gaggenau auch Einsätze der Feuerwehr am Elektrofahrzeug geschult werden könnten, weil dies bei Unfällen beispielsweise eine andere Herangehensweise benötige.

 

Gerade die Schule ist als Kompetenzzentrum gefordert. So biete die Carl-Benz-Schule einen „Markt der Möglichkeiten“ rund um E-Mobilität an. Dies betone auch Kultusministerin Eisenmann, in dem sie den Spielraum der Schule für Ideen befürworte. Die internationale Vernetzung der Carl-Benz-Schule Gaggenau, hier sind Kontakte nach Fernost, USA, Europa, hervorzuheben, kämen auch der Region und dem Land Baden-Württemberg zugute. Die duale Ausbildung als Exportmodell trägt an der Carl-Benz-Schule Gaggenau Früchte.

 

Susanne Eisenmann hebt die Bedeutung hervor, dass in der Region im Bereich der E-Mobilität investiert wird und die Etablierung an der Schule nicht nur gewollt, sondern auch nachhaltig unterstützt werden wird.

 

Beeindruckt zeigte sich die Ministerin auch vom Zusammenspiel der unterschiedlichen Schularten wie BFPE (Berufsfachschule berufliche Erprobung), den sogenannten „Flüchtlingsklassen“ und dem Werkstattunterricht, den sie auch besuchte. Die praktische Ausrichtung von Schule wird hier beispielsweise an der Konstruktion eines Bambus-Bikes, einem Fahrradgestellt aus Bambus, deutlich.

 

Der Rundgang führte die Gäste noch zu einer Führung durch das Industrielabor 4.0, das im Bereich „Industrie 4.0“ neue Möglichkeiten schafft. Das Unterrichtsziel ist es bereits, den Schülern die Kompetenz zu vermitteln zur Herstellung von Produkten im Rahmen einer komplexen Produktionsvielfalt zu ermöglichen.

 

Insgesamt ein spannender Einblick in die Welt der Carl-Benz-Schule Gaggenau, deren innovative Kraft in Verbindung mit dem pädagogisch-didaktischen Konzept die Kultusministerin auch in Hinblick auf eine zukünftige Unterstützung würdigte.

 

An der einstündigen Besichtigung der Schule nahmen neben Kulturministerin Dr. Susanne Eisenmann auch Landtagsabgeordnete Sylvia Felder, Landrat Jürgen Bäuerle, Direktor Volker Bachura, .... und Lehrkräfte der Carl-Benz-Schule Gaggenau teil.

25.09.2018 |Gaggenau| Schulbereisung des Kreistags

Das Glasdach der Carl-Benz-Schule in Gaggenau ist undicht

Quelle: BNN (https://bnn.de/lokales/gaggenau/das-glasdach-der-carl-benz-schule-in-gaggenau-ist-undicht)

Architektonisch war der Bau des Glashauses in der Carl-Benz-Schule (CBS) Gaggenau Ende der 80er- Jahre der große Wurf. Auch heute noch verfehlt die Konstruktion optisch ihre Wirkung nicht – allerdings hat sie inzwischen unerwünschte „Nebenwirkungen“: Nach rund 30 Jahren ist das Glasdach an vielen Stellen undicht geworden, die Seitenwände weisen bereits Regenablaufspuren auf. Und bei stärkerem Regen werden auf dem Flur auch schon mal Eimer aufgestellt.

 

Das Problem wurde bei der Schulbereisung des Rastatter Kreistagsausschusses für Schulen und Kultur dargestellt. Landrat Jürgen Bäuerle sicherte zu, dass man sich im Landratsamt um das Thema kümmern werde. Schulbereisung – das bedeutet, der Ausschuss besucht an einem Tag unmittelbar hintereinander vier kreiseigene Schulen in Gaggenau und Gernsbach. Vor der Carl-Benz-Schule stand die Visite der Außenstelle der Ludwig Guttmann-Schule im Bad Rotenfelser Schulzentrum Dachgrub an: Sie ist mit knapp drei Jahren noch eine recht junge Schule und kooperiert mit der Erich Kästner-Schule und weiteren schulischen „Nachbarn“ in der Dachgrub. Beim Rundgang der Ausschussmitglieder standen die besonderen Raumkonzepte der Ludwig Guttmann-Schule aufgrund ihres Förderschwerpunkts im Mittelpunkt. Auch die Nutzung und Weiterentwicklung des Außengeländes war ein Thema.

 

„Fünf-Fahnen-Konzept“

Von Bad Rotenfels ging es zur CBS in die Gaggenauer Innenstadt. Schulleiter Volker Bachura wies zunächst auf die E-Tankstelle im Schulhof hin, die – im Jahr 2011 errichtet – damals zu den ersten in der Region zählte und sich heute großer Beliebtheit erfreut. Überhaupt ist Mobilität (und damit auch E-Mobilität) eines von fünf Schwerpunktthemen der Berufsschule, anschaulich dargestellt im „Fünf-Fahnen-Konzept“; die anderen vier sind die Digitalisierung mit Industrie 4.0, die Auslandsaktivitäten der Schule, das projekthafte Lernen sowie das Lernen 4.0.

 

Landrat: „Schule ist prächtig aufgestellt“

Beim Rundgang in der Kreisschule wurden auf Probleme mit dem Sonnenschutz verwiesen und die Neuanschaffungen in den verschiedenen Werkstätten vorgestellt. Betont wurde, dass die neuen Medien inzwischen auch in die Werkstätten Einzug gehalten haben. Landrat Jürgen Bäuerle sah die innovative Schule „prächtig aufgestellt“, er hob auch die Zusammenarbeit mit der finnischen Partnerstadt Vantaa hervor.

Kostenschätzung: Bis zu 850000 Euro

 

Der Wermutstropfen sind aber die eindringenden (Regen)Tropfen: Erste grobe Kostenschätzungen bewegen sich zwischen rund 200 000 Euro (für die kleine Lösung mit Erneuerung der Dichtungen) bis hin zu 850 000 Euro im Falle einer großen Lösung, falls der Austausch der Verglasung in eine energetische Sanierung eingebettet werden würde.